Saturday, June 17, 2006

Am letzten Wochenende habe ich Belindas Eltern Ursula & Bill in Victoria besucht, liebenswerte Personen mit typisch kanadischer bester Gastfreundschaft. Zuvor habe ich damit noch verbunden, am Samstagnachmittag und -abend noch etwas mit Melanie und Bryanna zu unternehmen. Sie arbeiten mit mir auf Salt Spring. Haben in einem der vielen netten kleinen Restaurants in Victoria abendgegessen und waren anschliessend noch im Kino. Geeinigt hatten wir uns auf "The Break-Up", vom "Da Vinci Code" hoert irgendwie jeder nur schlechtes. Ueber den Film moege sich jeder seine eigene Meinung machen, die Schauspieler fand ich sehr gut. Ich war jedenfalls gespannt auf den Besuch in einem englischsprachigen Kino. Es ist jedoch "pretty much the same" wie in Deutschland, allerdings mit dem praktischen (oder fatalen?) Vorteil, dass man mal wieder aeusserst einfach mit Kreditkarte am Automaten bezahlen konnte. (Getraenke und Snacks kann man gleich dazu bestellen). Einmal Karte durchziehen. Wusch. Alles bezahlt. Nach meiner Erfahrung braucht es in Deutschland doch mindestens eine Unterschrift oder PIN, oder??

Wie auch immer, am Sonntagmorgen war ich mit Ursula in der oertlichen Kirche. Das war im Vergleich zu vielen deutschen Gemeinden recht angenehm, da mit Live-Musik und ungezwungener Atmosphaere.

Anschliessend bin ich ein bisschen durch die Gegend gefahren worden. Lecker Lunch in einem kleinen Cafe in ... (Namen vergessen, wird nachgereicht). Zum Abend gab es einen ausgezeichneten Braten und Bill hat mir erklaert, wie man einen guten Gin & Tonic macht. Im uebrigen bin ich jetzt im stolzen Besitz eines kleinen Messglaeschens, was mir die Umrechnung und Abmessung von "ounces" ungemein erleichtert. Abends konnten wir einige WM-Spiele gucken, die hier teilweise zeitversetzt gesendet werden z.B. auf TSN.

Montag mittag bin ich von Belinda abgeholt worden. Auf dem Weg zurueck haben wir einen Abstecher bei einem Grosshandel gemacht. Alles was das Herz begehrt in Super-Size. Also das war vielleicht schoen :-) Ich habe einige Fotos gemacht. (siehe unten) Es gibt wohl auch in Deutschland solche Grossmaerkte, aber ich hatte das selbst noch nicht gesehen. Herrlich. Und der volle Super-Size-Einkaufswagen rattert (einmal in Bewegung gesetzt) unaufhaltsam wie ein Eisenbahnwaggon satt durch die meterhohen Regalschluchten.

die Gemuesabteilung (ich mach nur Spass!)


Der Rest der Woche war relativ ereignislos. Eine Arbeitswoche mit Geburtstags-Abendessen fuer Christie am Donnerstag. Wusstet ihr, dass es bei Geburtstagsfeiern zwischen Kanada und Deutschland einen interessanten Unterschied gibt? Waehrend das Geburtstagskind in Deutschland zwar (hoffentlich) reich beschenkt wird, muss es aber doch alle Feierlichkeiten aus der eigenen Tasche bezahlen. Anders hier: Die Gaeste zahlen und bereiten alles vor. Sei es ein Abendessen oder eine Party. Ist doch eigentlich viel sinnvoller.

Ach ja, ich konnte ein Foto von den nestbauenden Weisskopfadlern schiessen. Ich hoffe, man erkennt was. Die Fotos lassen sich uebrigens per Mausklick vergroessern. Darunter ein weiteres Foto waehrend der Arbeit. Wir haben diese Woche "KanicKanic" kurz und kahl geschnitten. Auf dem Foto sind Jill, Myra und Christie, im Vordergrund liegt Pepper, einer der drei Hunde.

Es sei noch erwaehnt, dass ich bislang stets die Gelegenheit hatte, die Spiele der deutschen Fussballnationalmannschaft zu sehen und dass ich gespannt auf deren weiteres Abschneiden bin!

Abschliessend noch ein schoenes morgentliches Foto vom Bootsdock und ein nettes Bild vom Truck.

Nein, das ist leider nicht mein Fahrzeug.

Friday, June 09, 2006

Seit gut einer Woche bin ich nun auf Salt Spring Island. Das ist die groesste aller sogenannten Gulf Islands in der Strait of Georgia.(www.saltspringisland.org) Die Faehre hierher von Swartz Bay (Vancouver Island) nach Fulford Harbour war bei weitem kleiner als die von Vancouver nach Swartz Bay und das man trotzdem drinnen sitzen kann, hab ich erst bei Ankunft erkannt...

Belinda und Ron (Verwandte meiner Mendener Nachbarn) sind gleichzeitig sowohl meine ausgezeichneten Gastgeber als auch Arbeitgeber. Sie sind hier property-manager und fuer mich fallen allerlei Gartenarbeiten an. Bis jetzt war das hauptsaechlich Unkraut jaeten, mit dem Truck (fuer Rouven: Dodge 4x4) Seasoil holen und auf den Beeten verteilen. Von Dienstag bis Donnerstag arbeite ich mit der Crew zusammen, je nach Tag zwischen vier und acht Leute inklusive mir. Viele Wege werden hier auf dem Wasser erledigt, so werden z.B. die anderen Arbeiter morgens mit dem Boot abgeholt. Auf dem Grundstueck sind Golf-Carts zweckmaessig.



schoene Aussichten bei der Arbeit


Hier gibt es eine grosse Zahl an Rehen, die im Vergleich zu denen in Deutschland kaum schreckhaft sind. Wenn ich im Keller am Computer sitze, bekomme ich fast jedesmal die Gelegenheit fuer ein Rehfoto wie z.B. das unter diesem Absatz. Weiterhin sind da zu sehen ein Kolibri und zwei Tiere, die mir bei der Arbeit ueber den Weg gekrochen sind.

a hummingbird

a garter snake

ein Baumfrosch

Interessant sind auch die Weisskopfadler. Nicht ungewoehnlich hier, aber erst gestern haben wir waehrend der Arbeit beobachtet, wie einer der Adler mit dem Nestbau beschaeftigt war. Das ist selbst fuer hier etwas aussergewoehnliches und wer sich Nestbau vorstellt wie das fragile Stoeckchenwerk einer Blaumeise, der irrt. Die Adler tragen Aeste von ueber einem Meter durch die Luefte, nachdem sie diese einfach an den Baeumen abgebrochen haben. Ich werde noch versuchen, dass fotografisch festzuhalten.


Am Freitag am Tag nach meiner Ankunft waren wir unter anderem in Cowichan Bay in einer Baeckerei und ich habe zum ersten Mal in Kanada richtiges Brot gesehen. Es gibt diese Baeckereien (z.B. von deutschen Einwanderern), man muss sie nur finden.


Samstag waren wir in Ganges, der groessten Stadt auf Salt Spring Island. Am Samstag ist dort Markt. Dort spiegelt sich gut der Charakter der Insel wieder. Salt Spring ist bekannt fuer guten Kaese, gute Weine und alle Arten von "organic food". So gibt es viele Obst- und Gemuesestaende, aber auch auch zahlreiche Kuenstler stellen aus und verkaufen. Die Website von Salt Spring sagt: "For the population, there are a very large number of artists, sculptors and musicians living here." Das stimmt offensichtlich und ich moechte es mal so formulieren: ein grosser Teil der 11.000 Einwohner auf Salt Spring lebt zu einem gewissen Grad "alternativ".


Sonntag waren wir auf dem Mount Maxwell, dem hoechsten Berg auf der Insel und waere die Sicht auch nur annaehernd gut gewesen, wuerde ich jetzt Bilder in den Blog stellen.

Dann moechte ich noch nicht unerwaehnt lassen, dass ich am Tag meines letzten Blog-Postings vor der Faehrfahrt nach Salt Spring noch mit Matthias im Royal BC Museum (www.royalbcmuseum.bc.ca) war. Eine Rundreise durch die nach europaeischen Massstaeben kurze Geschichte von British Columbia, insbesondere von Vancouver Island. Es gibt eine grossartige Ausstellung ueber die "First Nation People" (Indianer sagt man nicht) und anschliessend einiges ueber die Kolonisierung. Dem interessierten Leser empfehle ich, die kleine Tafel auf der rechten Seite zu vergroessern, um eine Kleinigkeit mehr ueber das Zusammentreffen von Ureinwohnern und Europaeern zu lesen. Im Bereich ueber Natur und Tierwelt haben wir viele Dinge vom West Coast Trail wiedergesehen, allerdings weniger lebendig. Ich weiss jetzt, dass der Weisskopfadler "Bald Eagle" heisst und das der auf dem Foto (siehe Eintrag vom WCT) ein junger Bald Eagle war. Neben den Ottern haben wir auf dem Trail offenbar "Minks" gesehen und eine Donkey Engine hatte das Museum auch. Donkey Engines sind Dampfmaschinen, mit deren Hilfe die Holzarbeiter anfang des letzten Jahrhunderts Baumstaemme durch den Wald ziehen konnten. Wir haben auf dem West Coast Trail zweimal eine gesehen. Relikte aus der Dampfmaschinenzeit mitten im Urwald.
passend zum Royal BC Museum "Nachtrag" vom WCT: Donkey Engine

Thursday, June 01, 2006

In ein paar Stunden steige ich in den Bus zum Faehrhafen, um nach Salt Spring Island ueberzusetzen. Dort habe ich Bekannte, bei denen ich wahrscheinlich auch ein paar Tage in der Woche arbeiten kann. Dazu sicherlich in folgenden Posts mehr.

Die letzten beiden Tage musste ich mich erstmal wieder organisieren, also Zeug waschen, Rucksack umpacken und einiges im Internet erledigen. Man gewoehnt sich sehr schnell wieder an die Zivilisation. Nachdem wir Montagabend auf der Rueckreise in Nanaimo extrem lange in einem Tim Horton's gesessen hatten, waren wir Dienstagabend nochmal richtig Steak essen im Hafen von Victoria. Auf dem Foto ist das Regierungsgebaeude am Hafen mit Bergen auf dem Festland im Hintergrund.

Gestern morgen am Mittwoch waren wir mal fruehstuecken im John's Place. So ein fettiges Fruehstueck hab ich ja noch nie gegessen. Wenn ich mir das heute gleich wieder genehmige , bekommt die Faehre heute nachmittag Schlagseite. "Classic Eggs Benedict", siehe http://www.johnsplace.ca/menupdf/breakfast.pdf